21. Reisebericht:

aus Prachuap Khiri Khan (Thailand)

zurück


Unsere Stationen: 13.8. Sisophon - 14.8. Paoy Pet (Grenze Kambodscha/Thailand) - 15.8. Sa Kaeo - 16.8. Phanom Sarakham -17.8. Samut Prakan - 18.8. Samut Songkhram - 19.8. Cha-am - 20.8. Prachuap Khiri Khan - 21. 8. Ruhetag in Prachuap Khiri Khan  

Aus der Stadtmitte von Siemreab fuhren wir Richtung Westen durch einen neu errichteten Stadtteil, bestehend aus Luxushotels und den dazu gehörigen Exklusivläden sowie Gourmetrestaurants. Am Ortsende stand ein richtungsweisendes Schild, dass es rechts zum Flughafen geht und geradeaus würde die Strasse zur Autobahn Nr.6 Richtung Grenze führen. Auf einer Länge von 12 km kamen uns Massen von Radfahrern entgegen, die alle auf dem Weg zur Arbeit waren. Dann begann wieder die andere Welt. Einfachste Hütten aus Wellblech, arbeitende Bauern, Reisfelder und die Straße wurde immer schlechter. Nach etwa 20 km fuhren wir nur noch auf rotem, staubigem Untergrund, voller Löcher und waschbrettartig.

Erst die letzten 100 m der Straße zu unserer Unterkunft in Sisophon war wieder asphaltiert. Gegen Abend regnete es heftig und wir waren glücklich, diesen staubigen Straßenabschnitt bereits hinter uns zu haben. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Von Sisophon bis Paoy Pet war unsere Fahrt eine einzige Schlammschlacht. Klaus musste einige Male sein Hinterrad ausbauen, um es vom Dreck zu reinigen, denn es drehte sich nichts mehr. Die Autos und Lkws fuhren mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbei und oft konnten wir den Löchern in der Straße nicht mehr ausweichen. Ein Kleinlaster streifte uns an der linken hinteren Gepäcktasche, so dass sie sich löste und der Lkw mit dem Hinterrad darüber fuhr. Gut, dass nicht mehr passiert ist, denn angehalten hat der Fahrer nicht. Wir mussten die Tasche ausräumen und den an der Unterseite entstandenen Riss provisorisch kleben. Die darin befindliche Hartplastikbox war zerbrochen und unser Tauchsieder hat jetzt eine ganz neue Form, ohne dass seine Funktionstüchtigkeit eingeschränkt ist.

Bevor wir Paoy Pet erreichten konnten wir bei einem freundlichen Motorradfahrer, der gerade dabei war sein Fahrzeug zu reinigen, auch unsere Fahrräder abspritzen. In weiser Voraussicht wählten wir unsere Unterkunft so aus, dass wir am nächsten Morgen vom Hotel zur Strasse nicht schwimmen mussten. Tatsächlich regnete es in der Nacht heftig und die restlichen 2 km bis zum Grenzübergang nach Thailand waren von Neuem eine Schlingertour. Es waren erstaunlich viele Menschen in die gleiche Richtung unterwegs. Hunderte von Kambodschanern holten mit Handkarren aus der Großmarkthalle auf thailändischer Seite frisches Obst, Gemüse und andere Lebensmittel für ihr Land.  

Für uns begann eine 4-spurige Asphaltstraße mit breitem Seitenstreifen und wir fühlten uns wie auf Wolke 7. Unsere Räder schnurrten durch feuchttropische Landschaft mit Reisanbau. Die Märkte in den Städten boten alles an, was das Herz begehrte und sämtliche Produkte waren sogar mit Preisen ausgezeichnet. In Vietnam und Kambodscha waren nicht einmal die Speisekarten mit Preisen versehen. In Thailand wird mehr Wert auf Hygiene gelegt, selbst in den Fischerdörfern legen die Frauen die Fische zum Trocknen auf besondere Gestelle und nicht auf die Strasse. 

Auch hier, z.B. beim Pagodenbesuch, ist man herzlich willkommen und wird eingeladen. Das Verkehrschaos von Bangkok haben wir südlich der Hauptstadt umfahren und gut gemeistert. Der Monsun schickte immer wieder dunkle Regenwolken ins Land und wir mussten uns ab und zu einen Unterstand suchen. Gut war es, wenn es erst am   Abend und in der Nacht regnete und wir am Morgen bei kühleren Temperaturen und bedecktem Himmel wieder fahren konnten.

Mit Cha-am erreichten wir die erste Touristenstadt am Meer. Herrlicher Badestrand mit vielen Attraktionen für die Gäste im Wasser sowie in den umliegenden Straßenzeilen in der Nähe der Hotels.

 Auf der Weiterfahrt durch Hua Hin kamen wir am streng bewachten Royal Palace, der Residenz des Königspaares von Thailand vorbei. In der Bucht von Khao Tao hatten wir unsere nächste Übernachtung eingeplant, jedoch zündeten wir unseren Turbo in den Beinen, als wir die Preise der beiden einzigen Quartiere im Ort hörten. Mit zwei Mountainbikern aus Australien, die auf der Tour von Bangkok nach Singapur unterwegs sind, fuhren wir einige Zeit die Strecke gemeinsam. Das waren die ersten Touristenradler seit dem Iran.

An Straßenverkaufsständen wurden Wassermelonen und Ananas im Überfluss angeboten, die in den dahinterliegenden Feldern wachsen. Am Spätnachmittag erreichten wir das 289 km südlich von Bangkok liegende Prachuap Khiri Khan. Nicht weit entfernt befindet sich die engste Stelle Thailands mit einer Breite von ca.12 km zwischen Myanmar (Birma) und dem Thai Golf.


zurück