8. Reisebericht:

von Erzurum nach Täbris

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Unsere nächsten Übernachtungsstationen nach Erzurum waren in der Türkei: Horasan, Agri, Dogubayazit und dann ging es weiter im Iran nach Maku, Qara Ziya oddin, Marand bisTäbris.

Eine aufregende Woche liegt hinter uns. Die Strecke bis Täbris war nicht mehr von so großen Steigungen geprägt wie es bis dahin der Fall war. Wir befinden uns immer noch auf einem Hochplateau zwischen 1300 und 1700 m Höhe und das Wetter zeigte sich von allen Seiten. Wir kämpften uns die Berge hinauf bei Regen und Gegenwind, dann kam wieder die Sonne heraus und brannte uns auf die Stirn und es war 32°C warm.

Am 29.04.06 auf dem Weg nach Horasan  hat uns auf der Hochebene auf den letzten 25 km der Regen voll erwischt. 

Wir sind nass und ausgefroren angekommen. Glücklicherweise hatten wir von Dr. Kuskay eine sehr gute Adresse zum Übernachten erhalten. Diese Unterkunft befand sich in einem Lehrerausflugsheim und wir haben eine Suite für ganz normale, lokale Hotelpreise (türk. Standard) bekommen.

Vor Agri (30.04.06) blies uns der Sturm von der einen Seite fast über die ganze Straßenbreite auf die andere Seite, obwohl unsere Räder so schwer sind. Wir hatten richtiges Aprilwetter. Es war alles dabei, Sonne, es goss wie aus Kübeln, es hagelte sogar und die Straßen waren „sauschlecht“ und voller Schlaglöcher. Wir kamen wie die begossenen Pudel in Agri an und brauchten dringend ein Hotel mit Heizung, um unsere Sachen wieder trocken zu bekommen. Obwohl das Hotel nach türk. Standard beste Qualität hatte, liefen am Morgen im Frühstücksraum, neben unseren Rädern, die Kakerlaken rum.

Bei Sonnenschein und toller Landschaft ging es am nächsten Tag weiter zu unserer letzten

Übernachtung in der Türkei. Das war der Ort Dogubayazit. Er liegt ca. 35 km vor der iranischen Grenze.

Dogubayazit ist ein Touristenort, denn von hier aus wird der Ararat bestiegen! Hier trafen wir auf 3 junge Fernradler, die unterwegs nach Nepal sind. Vor der Grenze in den Iran bettelten uns die Hirtenjungen um Geld und Zigaretten an. Zwei davon schimpften uns hinterher. Sie warfen sogar ein Messer nach uns, als wir ihnen keine Zigaretten gaben.

Der Grenzübertritt in den Iran mit unseren neuen Pässen und der Bestätigung von Konsul Dr. Kuskay klappte prima. Hier haben wir unsere Räder zum ersten mal abgespritzt und ich musste unter dem Radhelm ein Kopftuch aufsetzen. 

Maku war der erste Übernachtungsort im Iran. Dort trafen wir gleich auf einen deutsch sprechenden Iraner namens Hassan, der uns sehr half, sich den ersten Tag im fremden Land zurechtzufinden.

In Maku besuchten wir die alte Sumererfestung, welche vor 3000 Jahren in die Felsen gebaut wurde.
Weitere Durchgangsstationen waren die Orte Qara Ziya odding und Marand.

Die Hochebene von Maku Richtung Marand war eingebettet in beidseitige Bergketten mit interessanten Farb- und Felsformationen. In Marand bekamen wir von dem Busfahrer Hussein Bahshelipur unseren Briefumschlag mit Ersatzteilen aus Deutschland an der Strasse ausgehändigt. Diese Teile hatten wir zuhause bestellt, aber bis zu unserer Abreise aus Erzurum leider nicht mehr erhalten. Herr Dr. Kuskay war so freundlich und beauftragte den Busfahrer, der nach Täbris unterwegs war, uns diesen Briefumschlag mit den Ersatzteilen zu übergeben. Wir danken den beiden noch einmal recht herzlich, dass das alles so toll funktioniert hat.  

Der Busfahrer sagte, wie bereits Dr. Kuskay in Erzurum: „Hallo, Mr. Klaus“. Bei der Briefübergabe wurden wir von einem daneben stehenden Einheimischen aus Marand spontan privat eingeladen. Mit ihm und seinen beiden Töchtern besuchten wir den Bazar, machten einen Abstecher in eine Eisdiele und als wir abends heimkamen, verwöhnte uns die Mutter mit einem orientalischen Essen. Außerdem konnten wir im Hof von der Familie Mohammed Misagi gleich den neuen Tacho an mein (Doris) Fahrrad montieren.

Die Gastfreundschaft sowie die angebotene Hilfe der hiesigen Bevölkerung ist überwältigend. Die Iraner sind sehr deutschfreundlich.

Vollkommen durchnässt und ausgefroren erreichten wir am 05.05.2006 Täbris. Der letzte Tag dieser Woche endete mit Regen und dem ersten Platten an meinem (Doris) Fahrrad, ca. 1 km vor dem Hotel. Es steckte ein Glassplitter drinnen. Das heißt für Klaus: Reparieren, sofort!

In unserem Quartier haben wir die Wäscheleinen schon gespannt und wir hoffen, dass morgen alles trocken ist. 

Wir haben uns jetzt von türkischen auf iranische Essensgewohnheiten umgestellt. Täglich gibt es Fladenbrot und zu allem Reis, Hammel und Schafskäse. Aber da muss man durch!


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