Vorbereitungstour August - September 2005


Die Tourenräder vom Typ „Koga Miyata Worldtraveller, 26“ für unsere geplante Weltumradelung kauften wir bereits Ende November 2004. Eine Testfahrt wurde aber laufend verschoben, aufgrund von Trainingseinheiten und Wettkampfterminen. Endlich Ende August 2005 war es soweit. Nach einem verregneten Sommer waren die Prognosen der Wetterfrösche vielversprechend. Seit dem Kauf unserer Räder investierten wir einen erheblichen zeitlichen Aufwand in die Logistik. In speziellen Globetrotterbüchern sowie bei Treffen mit Weltreisenden auf Fahrrädern und in Gesprächen mit Fachleuten der Fa. Stadler wurde die zwingend erforderliche Ausrüstung zusammengestellt. Wichtig für uns war, dass die komplette Ausrüstung für die Tour ab Mitte März 2006 mitgenommen und getestet wurde. Am Sonntag, den 28.8.2005 ging es los von Erlangen über Bamberg nach Schweinfurt am Main entlang. Flach ohne große Steigungen. Wir waren erstaunt wie viel Radfahrer, natürlich mit viel weniger Gepäck, auf dem Maintalradwanderweg unterwegs waren. Radfahren mit abendlich bezahlter Unterkunft in Hotels und Pensionen ist im Trend, jedoch nicht für uns. Für uns stand fest übernachtet wird nur im Zelt, wobei Campingplätze soweit vorhanden genutzt werden. Es gab uns das Gefühl von Abenteuerlust wenn wir früh und abends unseren Benzinkocher in Einsatz brachten, Kaffee kochten und etwas Essbares brutzelten – einfach super. 3 Tage fuhren wir bis Wertheim auf Radwegen am Main entlang, lernten viele nette Gleichgesinnte kennen – und das Beste: kein Regen nur Sonnenschein! Zum Einrollen gerade richtig ohne schwierige Steigungen. Unsere Räder schnurrten und problemlos erreichten wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h. Am vierten Tag unserer Tour wurde es hügeliger. Von Miltenberg bis Osterburken fuhren wir eine Teilstrecke auf dem Limes Radwanderweg. Abends übernachteten wir auf einem Sportplatz und durften die Sanitäranlagen des hiesigen Sportvereins nutzen. Die Hilfsbereitschaft der Menschen in den Ortschaften, die wir durchradelten war immer sehr groß. Fragten wir nach dem Weg, so wurde uns immer freundlich geholfen. Hatten wir einmal kein Wasser, so brachte man es uns mit der Kanne. Ortskundige Radfahrer fuhren sogar ein Teilstück in den Ortschaften mit uns, bis wir wieder auf dem richtigen Weg waren. Auf Campingplätzen wurden wir mehrmals zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Mit unseren vollbepackten Rädern waren wir doch im Verhältnis zu den anderen Radlern was besonderes. Trotz täglicher Kilometerleistung nahmen wir uns Zeit und ließen Sehenswürdigkeiten nicht aus. Der weitere Verlauf unserer Tour führte durch das Kocher- und Jagsttal nach Dinkelsbühl. Diese Abschnitte waren die anspruchsvollsten. Der ausgewiesene Fernradwanderweg führte uns abseits der Straßen teilweise über Wald- und Wiesenwege mit knackigen Steigungen bis ca. 14 %. Bei Tagesleistungen von 100 km waren hatten wir auch ca. 700 bis 800 Höhenmeter zu bewältigen und das bei Tagestemperaturen bis + 34°C. In diesen 3 Tagen zeigte sich, die Räder entsprechen unseren Vorstellungen. Da wir durch den Triathlonsport gut austrainiert waren, bereitete es uns keine allzu großen Probleme die beladenen Räder in den Bergstrecken hochzufahren. In dieser Zeit trafen wir kaum Radfahrer. Für viele sind diese abwechslungsreichen Strecken vielleicht zu schwer. Der Campingplatz in Dinkelsbühl ist besonders zu erwähnen. Er war der teuerste mit 15,40 € einschlie▀lich Kurtaxe und Musik in den Sanitäranlagen mit stündlichen Nachrichten. Hier erfuhren wir seit Tagen ohne Radio und Fernsehen wieder das Neueste aus aller Welt. Ab Dinkelsbühl war es vorbei mit der Ruhe. Es war Samstag und auf dem Altmühl-Rad-Wanderweg war Hochbetrieb durch viele Radler und Rad fahrende Familien. Auf dem Fränkischen Seenland Radweg fuhren wir zum Rothsee, vorbei am Altmühlsee und dem Großen Brombachsee auf gut befestigten, nicht asphaltierten Radwegen. Nur einmal verloren wir die Orientierung durch fehlende Hinweistafeln. Wir waren gezwungen ein kurzes Stück auf der B2 von Röttenbach bis Mauk zu fahren. Zwei Rennradfahrer, die wir kurz anhielten und nach dem Weg fragten, erkannten uns und sagten:“ Ihr seid doch die Triathleten, die in Roth immer beim Ironman teilnehmen.“ Kurzum, sie fuhren uns voraus und zeigten uns den richtigen Weg. So klein ist die Welt. Am Rothsee angekommen wurden wir von der Frau vom Kartenhäusel am Parkplatz erkannt, die hier auch für die Organisation beim Triathlon verantwortlich ist. Sie war ganz erstaunt uns mit den bepackten Tourenrädern zu sehen. Fand aber toll was wir machten. Am achten Tag unserer Tour ließen wir es ausklingen. Wir fuhren ohne Stress am Rhein-Main-Donau-Kanal nach Erlangen. Zuvor bogen wir in Meckenlohe ab und besuchten überraschend Rolf und Annegret, einen ehemaligen Arbeitskollegen von mir, dem jetzigen Besitzer der Finstermühle. Da man sich lange nicht gesehen hatte gab es viel zu erzählen bei einer spontan organisierten Grillparty. Die 8 Tage waren ein tolles Erlebnis für uns zwei. Keine bezahlte Unterkunft in Hotels oder Pensionen. Unser Nachtquartier war unser Zelt. Gekocht wurde auf unserem Benzinkocher und alles schmeckte.


Zusammenfassung:

Radkilometer 800 km
Zeitraum 8 Tage
Tägliche Fahrleistung ca. 100 km
Tägliche Fahrzeit ca. 5 bis 6 Std.
Gewicht Fahrrad bepackt ca. 45 kg
Höhenmeter gesamt ca. 3.500
Max. Steigung ca. 14 %
Tagestemperatur max. +34°C
Radwege ca. 90 %
Straßen ca. 10 %
Campingsplatzgeb.f.2 Personen von 7 bis 16 €/Tag


Was man sich merken sollte:

Viele sagten: Man soll es machen solange man kann, ehe es zu spät ist.
Ein Sprichwort: Zum Arbeiten zu alt, für die Rente zu jung, für den Urlaub Top fit.
Was uns auffiel: Radurlaub ja, aber nicht mit dem Zelt und dem schweren Gepäck.
Mit dem Zelt, das tun wir uns in dem Alter nicht mehr an.
Radfahren ja, aber nicht so weit und ohne Anstrengung.
Wenn es hügelig oder bergig wird ist man allein unterwegs, schade.
Wenn die Strecken länger werden, dann lieber mit dem Wohnwagen.
Wir trafen auch einige, die sagten, das wäre auch mal was für uns, die
waren jedoch jünger. Egal wie, wir sagten: versucht es doch einfach, es
klappt bestimmt.

Doris und Klaus, September 2005

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